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"In den Anfängen beschäftigte man sich weniger mit der Nützlichkeit von Glas...als mit dessen Schönheit.
Glas wurde zunächst entwickelt, um unsere Freude an ästhetischen Dingen zu befriedigen..."
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Der erste Arbeitsplatz
Das war mein erster Arbeitsplatz:
Er zeigt das Minimum an Grundausstattung, welches zum Perlenmachen erforderlich ist.
- Das Wichtigste: der Brenner,
hier noch ein einfaches Baumarkt−Modell
- Mit Trennmittel beschichtete Edelstahlstäbe (Dorne)
- Farbige Glasstäbe
- Eine einfache, aber wirkungsvolle Variante,
fertige Perlen langsam abkühlen zu lassen:
ein Topf mit vorgewärmtem Vermiculit (Isoliermaterial)
- Schutzbrille
- Wasser zum Kühlen der Werkzeuge und kleiner Verletzungen
- Diverse Werkzeuge zum Formen des heißen Glases
- Dekorationsmittel
- Darunter eine feuerfeste Unterlage und hier noch seitlich
Plexiglasscheiben, um herumfliegende Glassplitter aufzufangen.
- Ganz wichtig - hier aber nicht zu sehen - ist eine gute Belüftung, da Sauerstoffmangel
sowohl auf Mensch als auch auf Glas unerwünschte Auswirkungen hat.
Dieser lässt sich bei längeren Arbeiten nur mittels Abzugsanlage verhindern. Als Ausgleich muss -
leider auch im Winter - immer für ausreichend Frischluftzufuhr gesorgt werden.
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Creatives Chaos
Im Laufe der Zeit sammeln sich immer mehr Glasstäbe in den verschiedensten Farben an.
Hier ist auch die Abzugsanlage zu sehen.
Dieser Brenner ist ein HotHead. Es ist ein Eingasbrenner und wird - wie auch das Baumarktmodell - ausschließlich mit Propangas betrieben, ist aber
auf die speziellen Anforderungen der Perlenmacher zugeschnitten. So lassen sich zum Beispiel viele Farben deutlich
besser verarbeiten.
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Die Herstellung von Glasperlen und auch Glasmurmeln habe ich im
WerkII
in Leipzig bei dem erfahrenen Glasbläser Otto Lattermann gelernt, der mich dazu an seinem Ilmenauer Brenner arbeiten ließ.
Dafür und für die vielen Tipps und Tricks möchte ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei ihm bedanken.
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Eine Perle entsteht
Trennmittel
Bevor man mit dem Wickeln der Perle anfangen kann, werden Edelstahlstäbe ("Dorne") mit einem speziellen Trennmittel beschichtet,
damit sich die fertige Perle wieder lösen lässt und keine untrennbare Verbindung mit dem Metall eingeht. (Sollte das dennoch passieren,
kann man das "Gesamtkunstwerk " nur noch als Dekoration für den Blumentopf verwenden.)
Glas schmelzen
Die Glasstäbe werden auf bis zu 1000°C erhitzt, bis das Glas zu schmelzen beginnt, dann wird die zähflüssige Masse um den vorbereiteten
Dorn gewickelt. Durch langsames und gleichmäßiges Drehen erhält man mit viel Übung die runde Form.
Gestalten
Die Perle kann mit verschiedenen Mitteln und Techniken gestaltet werden:
zum Beispiel
- mit zuvor angefertigten einfachen oder verdrehten Glasfäden,
- mit Gaskröseln,
- mit Glastupfen
- mit Blattsilber, Blattgold, Blattkupfer
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mit Murrini, kleinen Glasscheibchen mit einem Durchmesser von etwa 2-5mm, die winzige Bilder
enthalten und die ich immer selbst nach eigenen Vorstellungen anfertige:
- Außerdem gibt es verschiedene Methoden, um gezielt kleine Bläschen zu erzeugen.
- Weitere Effekte und Formen kann man durch Kombination verschiedener Gläser und deren Reaktionen untereinander
sowie natürlich auch durch Verwendung diverser Werkzeuge erreichen.
Es ist nicht ungewöhnlich, wenn die Anfertigung einer aufwändigen Perle eine Stunde (oder auch länger) dauert.
Abkühlen
Ist die Perle fertig, wird sie sehr langsam und unter gleichmässigem Drehen im hinteren Teil der Flamme abgekühlt.
Dadurch wird verhindert, dass sich Sich Spannungen bilden, welche zum Springen der fertigen Perle führen würden.
Das ist die traditionelle Methode.
Kühlofen
Anschließend wird der Dorn mit der Perle noch in einem speziellen Kühlofen gelagert, wo sie weiter bis auf Raumtemperatur
heruntergekühlt wird. Das ist besonders bei sehr großen oder unregelmäßig geformten Perlen wichtig, damit durch Temperaturunterschiede
hervorgerufene Spannungen vermieden werden.
Trennmittel lösen
Der Dorn mit der ausgekühlten Perle wird jetzt eingeweicht, um das Trennmittel zu lösen und die Perle vom Dorn ziehen zu können.

Qualitätskontrolle mit Ultraschall
Ich behandle sie anschließend mit einem Ultraschallgerät − dies lockert das Trennmittel
und dient gleichzeitig als Qualitätskontrolle.
Perlenkanäle schleifen
Nun werden die Perlenkanäle mit einem elektrischen Schleifgerät von anhaftenden Trennmittelresten befreit.
Mattieren
Soll ein mattes, seidiges Finish erzielt werden, wird noch ein mildes Ätzmittel angewandt und gut abgespült.
Perlenkanäle lackieren
Dieser Schritt ist nicht unbedingt erforderlich und auch nicht allgemein üblich:
Um eine glatte Oberfläche der Perlenkanäle zu erreichen − diese sind normalerweise etwas rauh und matt-
verwende ich bei einigen Perlen einen speziellen Emaillelack (nur innen!).
Dadurch wird einerseits das Fädelmatrial (insbesondere Leder- oder Baumwollbänder) geschont,
andererseits erhält man bei transparenten Perlen so den "vollen Durchblick".
Nachdem der Lack im Kanal getrocknet ist, ist die Perle fertig. Sorgfältig hergestellte Perlen sind sehr widerstandsfähig und sollten ein
langes Leben vor sich haben − was jahrtausendealte Perlenfunde bestätigen.
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